April 2019

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Veranwortung für Anvertrautes

Der kleine Prinz bekennt bei Antoine de Saint-Exupéry: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Die Erde ist uns anvertraut. Wie kann unsere Erde aber ein „Haus“ bleiben und werden, in dem alle heute und morgen lebenden Menschen ihrer Würde entspre-chend sich entfalten können? Wie kann Erde ein „Haus“ bleiben und werden, in das auch die Sorge um die zahlreichen Tiere, um die Vielfalt der Pflanzen, um die Ge-heimnisse der anorganischen Natur lebendig einbezogen ist?

In seiner Enzyklika „Laudato si“ warnt Papst Franziskus zusam-menfassend, dass mit den herr-schenden Maximen eines rein technologischen Fortschritts-glaubens, gepaart mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirt-schaftssystem und Moralvorstel- lungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist, die Menschheit sich und die Welt an die Wand fährt.

Er ruft die Weltgemeinschaft zu einem fundamentalen Umdenken und jeden Einzelnen zu einem umwelt-bewussten und nachhaltigen Lebensstil auf.
Unsere Antwort muss heißen: Verantwortung! Verantwortung ist eine große Aufgabe, zugleich ein hohes Gut. In die Verantwortung sind wir alle gerufen - jeder, ohne Ausnahme. Das fängt bei den kleinsten Dingen des täglichen Lebens an, steigert sich über viele Formen der liebenden Obacht und des kon-kreten Einsatzes (so wie die Kinder von „Hand in Hand“, die bei ihrem Treffen im März zum wiederholten Mal Müll in einem großen Bogen rund ums Stiftsareal sammelten) bis hin zu ganz bewusstem Verzicht.
Diese Verantwortung schulden wir zunächst uns selbst, unserem Nächsten und unseren Nachkommen, der Umwelt und vor allem Gott als Schöpfer von Himmel und Erde. Und so könnten wir den eingangs erwähnten Satz des kleinen Prinzen folgerichtig erweitern: Da ich mir Gott vertraut gemacht habe durch lebendigen Glauben und tätiges Gutsein, bin ich auch für ihn verantwortlich und er für mich. Diese Folgerung mag uns zwar ob der Verantwortung erschaudern lassen, aber sie lässt uns auch das verheißene Paradies der Vollendung im Hause der Ewigkeit erträumen.

Frei nach P. Hans Wallhof, erschienen in „Das Zeichen“